(Bravo 41/73)
Billy the Kid war eine legendäre Westerngestalt. Seine Abenteuer schildert der neue Kino-Film "Pat Garrett jagt Billy the Kid." Das Besondere daran: Neben Stars wie James Coburn spielt Protestsänger Bob Dylan darin eine Rolle.
Es gibt viele Western. Mit die besten macht der amerikanische Regisseur Sam Peckinpah ("Wer Gewalt sät", "Sie kannten kein Gesetz"). Bei ihm stimmt das Drehbuch, bei ihm stimmen die Rollen. Seine Filme sind manchmal brutal, aber nicht voll unnötiger Grausamkeit.
Selbst für die Besetzung der kleinsten Rolle wendet Peckinpah größte Sorgfalt auf. Deshalb engagierte er auch Bob Dylan als "Typ" und verpflichtete ihn, die Musik seines neuesten Films zu komponieren. Bob Dylan spielt den Alias, einen Mann aus der Bande des berüchtigten Billy the Kid, der Ende des vergangenen Jahrhunderts den Wilden Westen in Angst und Schrecken versetzte. Billy the Kid, der Revolverheld, zieht am schnellsten. Pat Garrett, sein Kumpel aus früheren Tagen, hat sich auf die Seite des Gesetzes geschlagen. Er will als ehrsamer Mann alt werden und nicht als Killer sterben. Garrett wird Sheriff -- und er jagt seinen alten Freund Billy the Kid, wie das Gesetz es befiehlt. Der Film erzählt die erregende Geschichte dieser Jagd und die Auseinandersetzung zwischen zwei Männern, die im Herzen noch immer Freunde sind. Pat Garrett läßt Billy the Kid viele Chancen zum Entkommen, aber Billy kneift nicht vor dem Katz-und-Maus-Spiel. Bis es zur letzten Auseinandersetzung kommt, bei der einer auf der Strecke bleibt.
Kris Kristofferson spielt Billy the Kid. In Amerika ist Kris ein bekannter Folksänger und Schauspieler. Bis jetzt lief bei uns noch keiner seiner Filme. Sein Partner und Gegner im Film -- ist James Coburn, der in den letzten fünf Jahren eine steile Karriere gemacht hat ("Derek Flint schickt seine Leiche", "Gesprengte Ketten", "Todesmelodie"). Coburn sagt über seine Rolle: "Eigentlich ist die Geschichte klar. Ich bringe Billy the Kid zur Strecke. Ich durchstehe dabei aber auch den Kampf mit mir selbst: Ein Mann zwischen Pflicht und Gefühl." Und zu Dylan meint er: "Seine Filmmusik ist so ausgefeilt wie die Rolle, die Bob bei uns spielt."
M. Stiegler